E - E
Die Leningrader 80er im Werk von Evgenij Kozlov

"ASSA zum ersten"

"Асса впервые" ... русский текст >>

Am 27. Dezember 1985 wurde im Leningrader "Haus der Laienkunst (LDST), besser bekannt als Haus der Volkskunst und noch besser als "Rock-Klub in der Rubinstein 13", eine Ausstellung mit dem Titel "S Novym Godom" (Alles Gute zum Neuen Jahr) eröffnet.


Teilnehmer der Ausstellung waren (in alphabetischer Reihenfolge): Sergej Bugaev, Natalija Batisheva, Kirill Chazanovitch, Oleg Kotelnikov, Evgenij Kozlov, Andrej Krisanov, Timur Novikov, Vadim Ovtchinnikov, Ivan Sotnikov, Arkadij Tager, Valerij Tscherkassov, Evgenij Yufit.

zum Gemälde

Timur Novikov


Den Abend der Eröffnung feierte man mit einem Konzert, an dem das Orchester "Pop Mechanika" unter der Leitung von Sergej Kuryokhin teilnahm. Zur Ausstellung und zum Konzert versammelten sich zum ersten Mal die "Neuen Künstler (Novye Khudozhniki)", die "Neuen Komponisten" (New Composers - Novye Compozitory), das "Neue Theater", die Moskauer "Kollektive Handlung" und "Das Neue Haus der Modelle". Darüberhinaus waren weitere Künstler und Musiker eingeladen.

Pop Mekhanika. Ganz links: Sergey Kuriokhin, ganz rechts: Grigorij Sologub (Strannye Igry), daneben Boris Grebenshikov (Aquarium)


Die Ausstellung nutzte die verschiedenen Räumlichkeiten des LDST; das Konzert fand im Großen Saal statt, damals die wichtigste Bühne des Leningrader Rock-Klubs. Nach der Eröffnung der Ausstellung und drei Stunden vor Konzertbeginn wurde das Gebäude des Rock-Klubs in Anbetracht einer beispiellosen Ansammlung von Menschen in der Rubinstein-Straße von der Miliz und ihren freiwilligen Helfern abgesperrt. In der Tat manifestierte sich in dieser Ausstellung und im Konzert von Pop-Mekhanika die Dominanz der neuen Petersburger Kultur im Rußland der beginnenden Gorbatschowschen Perestroika.

Igor Verichev und Valerij Alakhov mit einem Werk von Evgenij Kozlov "Ya -Ya",Spray/Papier, 145 x 404 cm, 1985



In der ersten Hälfte des Konzerts traten Musiker aus dem Umfeld des Rock-Klubs auf, darunter "Akvarium", "Kino", "Zoopark", die damals bereits Kultstatus genossen.

Über den Verlauf der zweiten Hälfte, also über das eigentliche Konzert von "Pop-Mekhanika", bekommt man einen Eindruck durch einen Artikel von I. Potapov (das Pseudonym von Timur Novikov) mit dem Titel "Das Fest der Künste" (1):

Bühnenbild/Sgraffito mit der Aufschrift "ASSA" ("ACCA", links im Bild, neben Igor Verichevs Kopf)


       "Die Gruppe Orientmusik unter Leitung von Andrej Krasikov war eine von 10 Bands, die bei jener Gelegenheit das Orchester bildeten (die orientalische, die folkloristische, die Gesangs-, Streicher-, Industrie-, Jazz-, Rockgruppe, dazu die Künstler, das Neue Theater, Viehzüchter und weitere Gruppen). Friedlich spazierten Hühner umher (vermutlich symbolisierten sie das Totem des Komponisten). Eine Gruppe von Künstlern, nämlich die Leningrader Oleg Kotelnikov, Evgenij Kozlov, Timur Novikov, Sergej Bugaev und Vladislav Gutsevitch sowie die Moskauer Nikita Alekseev und Nikolaj Ovtchinnikov, begann, eine Riesenleinwand im Format 12 x 4 m zu bemalen, die an der Rückwand der Bühne befestigt war. Dann trat die Folkloregruppe auf, und ab ging die Post.

Folkloretänzerin


       "Für die Geschichtsschreibung zähle ich jetzt alle Beteiligten auf. Die Truppe des "Neuen Theaters" war diesmal fast vollständig vertreten. Wie immer glänzte Sergej Bugaev als Schauspieler, dann waren da Natalija Pivavarova, Georgij Gurianov, der auch in der bemerkenswerten Gesangsgruppe mitmachte, zu welcher sich zum ersten Mal Andrej Molev gesellte, weiter die Popstars Viktor Tsoy und Viktor Sologub - beide ständige Mitglieder von "Pop-Mekhanika". In der Jazz-Band spielten Michail Tchernov, Zujkov und andere. Boris Grebenschikov und Grigorij Sologub ("Akvarium" und "Strannye Igry") spielten Lead-Guitarre, Aleksander Titov ("Akvarium") sowie Kris Kross von "Ultravoks", der zum ersten Mal dabei war, jeweils Bass-Guitarre. Ebenfalls anwesend waren Vertreter des Moskauer neuen "Hauses der Modelle" und der Leitung des Chefdesigners Oleg Kolomeitchuk.

Natalija Pivovarova beim Schminken

     "Bleibt nur noch die Erwähnung des Wichtigsten - des Schlußszene des Konzertes, einer Szene des allgemeinen Jubels, einer Szene des "ASSA", die das Beste, Stärkste, Glänzendste der neuen Kunst in sich aufnahm. "ASSA" (2) tanzten praktisch alle, die sich auf der Bühne befanden und der größte Teil der Menge im Zuschauerraum........."

Text: Igor Chadikov unter Mitwirkung von Hannelore Fobo

Übersetzung: Hannelore Fobo

Vladislav Gutsevitch

Georgij Gurianov

Anmerkungen

(1) Unmittelbar danach niedergeschrieben und 10 Jahre später veröffentlicht in der Antologie "Novye Khudozhniki (Die Neuen Künstler), St. Petersburg, 1996

(2) "ASSA" war auch der Titel eines Spielfilms, der 1987 in die Kinos kam

nach oben